Vogelschutz

“Herzens Sache Natur” – Pfadfinder beim “Farnschlägeln” im Reichenbachtal

Farn4.bDie Meute Igel aus Bad Wildbad und die Sippe Adler aus Schömberg trafen sich am Mittwoch im strömenden Regen zum Farnschlägeln im Reichenbachtal bei Gaggenau. Veranstaltet wurde diese Aktion von der Verwaltung des Naturparks Nordschwarzwald, die zum guten Gelingen ehrenamtliche Helfer aus der Region gesucht hatte. Diesem Ruf waren die Pfadfinder gerne gefolgt, und die Verantwortlichen des Naturparks freuten sich, daß damit die Aktion trotz des schlechten Wetters stattfinden konnte.

Frau Dürr zeigt auf der Karte, wo der Farn sich schon ausgebreitet hat.

Frau Dürr zeigt auf der Karte, wo der Farn sich schon ausgebreitet hat.

Keiner der freiwilligen Helfer wußte bis zu diesem Zeitpunkt, was Farnschlägeln eigentlich bedeutet, und gespannt warteten die Teilnehmer auf die Einführung durch die Veranstalter der Aktion. Frau Riedling vom Info Zentrum Kaltenbronn ging zu einem großen Farnfeld und zeigte den Pfadfindern, was Schlägeln heißt: Mit einem Haselstecken schlägt man den Pflanzen möglichst weit unten gegen den Stiel, so daß sie umknicken, aber nicht ganz abreißen. Dies ist nötig, um den Farn zu schwächen, damit er im nächsten Jahr nicht so stark austreibt. Es war gar nicht so leicht, den Farn nicht ganz abzuschlagen. Nach und nach bekam man es ins Gefühl, nicht zu stark und nicht zu schwach zuzuschlagen. “Der Farn ist ja größer als ich!”, hörte man es mitten im Farnfeld, und kurze Zeit später sah man, wie sich die Jüngsten einen Weg durch die Pflanzen bahnten. Trotz strömenden Regens gingen alle munter ans Werk. Es wurde viel gelacht und gesungen.

Die Meute Igel beim Farn schlägeln

“Da hüpft was!” – ein Frosch war aufgescheucht worden.

Der Farn wuchs an den unmöglichsten Stellen. Ein Ruf ertönte: “Jetzt weiß ich, wofür die Stöcke noch gut sind.”, denn manchmal ging es sehr steil den Berg hinauf, und man mußte sich gegenseitig helfen und die Stöcke benutzen, um überhaupt hoch zu kommen.

Der Farn hatte das ganze Wiesental schon fest im Griff.  Als die Farnaktion beendet war, konnte man wieder die schönen Glockenblumen, Margeriten und Kleepflanzen sehen. Frau Riedling erklärte den Kindern, daß die Menschen früher von ihren kleinen Grundstücken gelebt haben. Auf jeder Wiese stand eine kleine Feldscheune, in der das Heu gelagert wurde. Die Menschen haben sich dann nach und nach nicht mehr um ihr Wiesenstück kümmern können, und so begann die Natur, die Wiesengrundstücke wieder zurückzuerobern. Der erste Schritt dazu ist das Wachsen des Adlerfarns, als nächstes kommen dann Büsche und Bäume. An einer Stelle stand eine solche Scheune schon mitten in einem jungen Wäldchen. Damit nicht das ganze Wiesental mit seiner besonderen Artenvielfalt überwuchert wird, muß der Farn regelmäßig geschlägelt und damit seine Ausbreitung verhindert werden.

Bei strömendem Regen schlägelten die Pfadfinder den Adlerfarn

Das Feld ist fertig geschlägelt.

Das Feld ist fertig geschlägelt.

Ein kurzes Spiel, um sich wieder aufzuwärmen.

Ein kurzes Spiel, um sich wieder aufzuwärmen.

Nach einer kleinen Stärkung begann dann der zweite Teil der Naturschutz-Aktion: Die Veranstalter erzählten, daß hier im Murgtal 12 verschiedene Fledermausarten leben. Um das Angebot von Schlafplätzen für diese bedrohten Tiere zu erhöhen, bestand die weitere Aufgabe darin, fünf Fledermauskästen am Waldrand aufzuhängen. Nachdem kurz erläutert wurde, worauf es dabei ankommt, durften die Kinder die Bäume selbst aussuchen.

Völlig durchnäßt fuhren dann alle zum Informationszentrum des Naturparkes auf den Kaltenbronn. In einer kleinen Hütte, in der ein Holzofen für eine behagliche Wärme sorgte, konnten sich alle beim Mittagessen wieder aufwärmen.

 

Die Feldermauskästen müssen zwischen Osten und Süden aufgehängt sein.

Die Feldermauskästen müssen zwischen Osten und Süden aufgehängt sein.

Farn8.b

Der Kasten wird aufgehängt

Es sollten möglichst keine Äste in der Flugbahn sein.

Es sollten möglichst keine Äste in der Flugbahn sein.

Frau Dürr erklärt, wie die Fledermäuse in den Kästen leben.

Frau Dürr erklärt, wie die Fledermäuse in den Kästen leben.

Besuch im Info Zentrum Kaltenbronn

Nach dem Essen waren die Pfadfinder und Wölflinge dann eingeladen, das Informationszentrum des Naturparks Nordschwarzwald zu besichtigen und alles über die Natur aus unserer Region zu sehen. Auf einer Karte von Baden-Württemberg waren Moore, Seen, Naturparks und sonstige Besonderheiten eingezeichnet. Gespannt schauten alle auf die Karte, als einer seinen Heimatort entdeckte: “Ich sehe Bad Wildbad!”

Zum Schluß waren sich alle einig: Das war ein interessanter und spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken. Auf der Heimfahrt wurden die Informationsmappen zu Tieren und Pflanzen begutachtet, die die Pfadfinder bei der Naturschutz-Aktion von den Veranstaltern geschenkt bekommen hatten.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die tolle Betreuung an Frau Dürr und Frau Flesch vom Informationszentrum des Naturparks Nordschwarzwald!

Farn15.b
 
Presse-Berichte zur Aktion:
SWR4 (ab Minute 3:30)
Boulevard Baden
Schwarzwälder Bote
Badisches Tagblatt

 

 
 
 
 

Impressionen

Im nächsten Raum konnte man selbst ausprobieren,  wieviel Wasser ein trockenes Moos speichern kann.

Im nächsten Raum konnte man selbst ausprobieren, wieviel Wasser ein trockenes Moos speichern kann.

"Welches Tier ist ein Hermelin? Oh schaut mal, wie klein ein Siebenschläfer ist!"

“Welches Tier ist ein Hermelin? Oh schaut mal, wie klein ein Siebenschläfer ist!”

„In unseren Wäldern gibt es aber viele Greifvögel.“

„In unseren Wäldern gibt es aber viele Greifvögel.“

"Da liegt ein großer Baumstamm. Oh schaut mal, die Käfer leben alle darin."

“Da liegt ein großer Baumstamm. Oh schaut mal, die Käfer leben alle darin.”

 

Ostern bei den Greifvögeln

Ein sehr junger Weißkopfseeadler

Ein sehr junger Weißkopfseeadler

Am Ostermontag hatten sich einige unserer älteren Pfadfinder die Burg Guttenberg nördlich von Heilbronn, auf der Deutschlands größte Greifwarte beheimatet ist, als Ausflugsziel ausgesucht. Natürlich wollten sie sich die große Flugschau ansehen, und das Wetter meinte es gut mit ihnen: Es war sonnig und sehr windig. – „Windig? Aber dann wird es doch noch kälter!?“ – Ja, aber die großen Vögel brauchen den Wind, um genügend Auftrieb zu bekommen. Nun jedoch erstmal der Reihe nach.

Schon der Weg ins Burginnere führte an einigen der riesenhaften Vögel vorbei. „Steinadler“ oder „Gänsegeier“ war auf den Schildern zu lesen, und vor diesen Krallen und Schnäbeln konnte man schon Respekt haben. Auf einem kleinen Areal war eine Tribüne für die Zuschauer aufgebaut, die auch unbedingt sitzen bleiben mußten, sonst hätte das einer der Vögel als Angriff werten können. Und dann kamen die vier „Falkner“ – also quasi die Dompteure der Greifvögel – jeder mit einem großen Uhu auf dem Arm.

Uuuih, schnell ducken!

Uuuih, schnell ducken!

Einer der Falkner erklärte sehr kurzweilig viel über die Eigenarten von Greifvögeln, z. B. daß Eulen gar nicht zur Gattung der Greifvögel gezählt werden oder daß man Raubvögel nicht dressieren könne. „In 3000 Jahren Falknerei ist das noch nie gelungen – die Vögel kommen nur zurück, weil es ihnen hier besser geht als in der Wildnis.“

Währenddessen flogen einem die Uhus direkt über den Kopf hinweg und man hörte – nichts! Diese Nachtjäger fliegen absolut lautlos. Ganz im Gegensatz zu den großen Adlern und Geiern, die anschließend über den Köpfen der Zuschauer kreisten. Und wenn in 50 Metern Höhe ein Gänsegeier, Europas größte Geierart mit fast 3,5 Metern Spannweite, über einem fliegt, wird es einem schon mulmig im Bauch. Dabei erklärte der Falkner, daß die Geier nur bei richtig starkem Wind und prinzipiell nur sehr ungern flögen. Man könne 20mal hierherkommen, ohne die Geier fliegen zu sehen. – Der Wind war also doch gut!

Der Falkner trägt seinen Adler in die "Manege"

Der Falkner trägt seinen Adler in die “Manege”

Der Gänsegeier im Flug ...

Der Gänsegeier im Flug

... und beim Falkner auf dem Arm

… und beim Falkner auf dem Arm

Nach diese tollen Flugschau konnten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder noch das Burggelände und die Käfige der Vögel – die im übrigen wirklich groß sind – besichtigen. Vom hohen Turm aus konnten sie das ganze Neckar-Tal überblicken.
Doch dann waren sie auch durchgefroren und fuhren noch vor der zweiten Flugschau am Nachmittag wieder der Heimat zu. Doch ganz sicher wird der eine oder andere wiederkommen.

Nistkastenpflege 2013

Nistkästen 4Im Rahmen der Teilnahme am Nachhaltigkeitswettbewerb der Drogeriekette DM im Jahr 2011 hatten die Pfadfinder vom Stamm Wildenburg Nistkästen gebaut und im Wald um das Walldürner Pfadfinderheim auf der Heide aufgehängt. Vor der neuen Brutzeit stand jetzt die Überprüfung und Säuberung dieser Nistkästen an. Also trafen sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Walldürner Sippe Leopard am Pfadfinderheim, um dann gemeinsam nach den Nistkästen zu sehen. Zufrieden stellten die Kinder fest, dass fast alle aufgehängten Nisthilfen „Bewohner“ gefunden hatten. Die Nutzung durch die gefiederten oder pelzigen Bewohner (Siebenschläfer?) war durchaus unterschiedlich: Natürlich kamen jede Menge Nester zum Vorschein. Ein Nistkasten war bis zum Einflugloch mit Sägespänen aufgefüllt, die Einfluglöcher anderer Kästen zum Teil mit Lehm verkleinert oder mit dem Schnabel erweitert. Auch ein Wespennest (zum Glück nicht mehr bewohnt!) war dabei…
Kleinere Reparaturen an den Vogelnistkästen wurden gleich vor Ort ausgeführt, die künstlichen Bruthöhlen gesäubert und so für das kommende Frühjahr „bezugsfertig“ gemacht. Jetzt kann der Frühling und die neue Brutsaison kommen.

 

 

Nistkästen 3 Nistkästen 2
Nistkästen 1