Pfadfinder auf den Spuren der Vogtsbauern im Schwarzwald

Am vergangenen Wochenende fuhren die Meuten und Sippen der Stämme Wapiti und Cherusker nach Gutach zum Vogtsbauernhof. Auf dem Museumsgelände stehen viele teilweise über 400 Jahre alte Bauernhöfe mit Originaleinrichtung und vielen alten Gerätschaften. Zwei funktionierende Sägewerke, eine Hammerschmiede und eine Mühle, die allesamt durch Wasserräder angetrieben waren, sind funktionstüchtig, und so nutzten die Pfadfinder die Gelegenheit, diese uralten Techniken einmal genauer zu betrachten. Die Konstruktion aus vielen Zahnrädern, Stangen und Walzen wurde genauestens beobachtet, und mit der Zeit erkannten die Mädchen und Jungen, wie das Mahlwerk funktionierte.

„Da hinten brennt es“, rief einer der jüngeren Pfadfinder. Ein Stück weiter sahen sie dicken Rauch aufsteigen und machten sich schon Sorgen um die vielen Holzhäuser und Strohdächer, aber der Rauch entstieg nur dem großen Steinofen, der gerade angeheizt wurde, damit später das Brot gebacken werden konnte: 40 Laib auf einmal – das war früher eine ganze Monatsration.

Darüberhinaus bekamen die Pfadfinder besondere Attraktionen geboten: In mehrere Gruppen eingeteilt durften sie unter Anleitung des Museumspersonals selbst Käse herstellen, ein mittelalterliches Mittagessen kochen oder auf kleinen Webrahmen ein schönes Armband weben. Dabei wurden viele der alten Gegenstände eingesetzt, z.B. der alte Herd, der noch mit Holz befeuert werden mußte oder alte Butterschleudern, in denen die Sahne zur Butter geschlagen wurde.

Doch nicht nur die Mädchen und Jungen waren begeistert, auch das Personal des Museums war sehr angetan von dem guten Benehmen, der Hilfsbereitschaft und dem großen Interesse der Pfadfinder. „Daß sich die Kinder so schön gegenseitig helfen und so höflich sind, sehen wir selten“, sagte eine der Museumsführerinnen.

So ging der Tag wie im Flug vorüber, und alle waren überwältigt von den vielen neuen Eindrücken – am liebsten würden sie bald wiederkommen.